MESI – Medizinische Erstversorgung mit Selbsthilfeinhalten


Das Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern hat die Durchführung von Lehrgängen in medizinscher Erstversorgung für Jugendliche mit Selbsthilfeinhalten für das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) für die Jahre 2016-2019 im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahrens für Schulen in den folgenden Bundesländern an uns vergeben:

  1. Bremen
  2. Hessen
  3. Nordrhein-Westfalen
  4. Rheinland-Pfalz
  5. Saarland
  6. Thüringen
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bundesamt-bevoelkerungsschutz-katastrophenhilfe
Unsere Aufgabe ist es, Ihnen als Schule die Möglichkeit zu bieten, sich in besondere Weise durch soziales Engagement hervorzuheben und sich für die durch den Bund geförderte Qualifizierung zu bewerben. Die Qualifizierung soll insbesondere für Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 durchgeführt werden.

Ziel des Lehrganges ist es, den Teilnehmern (m/w) Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten für Notsituationen, in denen er oder sie zunächst auf sich allein gestellt ist, zu vermitteln, Qualifikationen zu entwickeln und daraus resultierendes kompetentes Verhalten in gegenwärtigen und zukünftigen Lebenssituationen zu begründen und deren Umsetzung zu fördern. Die Lehrgänge haben einen Umfang von 12 UE über in der Regel 2 Vor- oder 2 Nachmittage und sollen primär in der Schule durchgeführt werden.

Die Lehrgänge sind Bestandteil eines umfassenden Konzepts zur Stärkung der Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung (für nähere Informationen empfehlen wir Ihnen dringend die Internetseite des Bundesamts für Bevölkerungsschutz)


Bildungskonzept für das Programm “Medizinische Erstversorgung mit Selbsthilfeinhalten”


Pädagogische Begründung für das gewählte didaktische Format

Das Verständnis zum komplexen Phänomen des Lernens bleibt auch aktuell im Fokus von Bildungs- und Erziehungseinrichtungen in Deutschland. Lernen wird durch die heutige Wissensgesellschaft zur Schlüsselkompetenz. Wer nicht „gelernt hat zu lernen“ wird zum Bildungsverlierer. Hirnforschung, Psychologie und Pädagogik vermitteln uns ein tiefergehendes Verständnis vom Lernen, wodurch mitunter liebgewonnene didaktische Glaubenssätze deutlich irritiert werden. Das Lernen scheint viel mehr in der Verantwortung des Lernenden selbst zu liegen, als es über viele Jahre hinweg geglaubt wurde. Lernende sind “Unternehmer ihres eigenen Lernens und Entwickelns”.
Die andere Seite der “didaktischen Medaille” – das Lehren wird dadurch in ein neues, “menschlicheres” Licht gerückt. Lehren in der Form, wie wir es von „früher“ kannten, ist nicht möglich oder besser – macht wenig Sinn. Das neue Lehrverständnis wird umfassender, weil neben dem inhaltlichen Stoff verschiedene Persönlichkeitseigenschaften (Kompetenzen) des Lernenden mitbedacht sein wollen. Lehren wird zur Lernberatung und Lernbegleitung.
Moderne Jugend- und Erwachsenenbildung verändert deshalb längst das generelle didaktische Vorgehen, Lernkulturen verändern sich in allen Systemen unserer Bildungslandschaft; ein grundlegender Wandel im Lernverständnis zeichnet sich deutlich ab. Konsequenz dessen ist ein veränderter Blick auf Auswahl und Einsatz von Unterrichtsmethoden; Medien gewinnen durch technische Entwicklungen eine andere Gewichtung. Schließlich und nicht zuletzt verändern sich die Rollen der Lernenden und Lehrenden.

Lernfeldkonzept

Bereits seit 1996 werden die bundesweit gültigen KMK-Rahmenlehrpläne für alle neuen und neugeordneten Ausbildungsberufe nach dem Lernfeldkonzept strukturiert. Das Lernfeldkonzept wurde auf der Ebene der Kultusministerkonferenz der Länder zur curricularen Vorgabe für den berufsbezogenen Lernbereich für alle Ausbildungsberufe. Nach und nach findet das Konzept auch Eingang in die Lehrpläne vollzeitschulischer Bildungsgänge.

Die grundlegende Systematik des Lernfeldkonzepts auf Erste Hilfe Ausbildungen und Lehrgänge in medizinscher Erstversorgung mit Selbsthilfeinhalten zu übertragen ist naheliegend. Schüler und Schülerinnen sind es mittlerweile gewohnt themenübergreifend mit Aufgaben und (gesellschaftlichen) Problemstellungen konfrontiert zu werden. Der Kern des didaktischen Perspektivwechsels lässt sich etwa so umreißen:
Früher wollte man mit dem Unterricht Inhalte vermitteln und Lernziele erreichen. Heute möchte man, dass Schüler und Schülerinnen Handlungskompetenzen entwickeln.

Unser Bildungskonzept greift diese Grundidee auf: Weg von der Vermittlung von Inhalten und der Orientierung an Lernzielen hin zur Entwicklung von Kompetenzen.


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